| Flow in verschiedenen Berufen | ||||||||
Chirurg |
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Bäuerin |
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| Es verschafft mir grosse Befriedigung, draussen zu sein, mit den Leuten zu reden, mit meinen Tieren zusammen zu sein… Ich rede mit allen – mit Pflanzen, Vögeln, Blumen und Tieren. In der Natur ist einem alles sehr nahe. Täglich kann man sehen, wie sich alles weiterentwickelt. Man fühlt sich makellos und glücklich. Nur schade, dass man müde wird und nach Hause gehen muss. Auch wenn man viel arbeiten muss, ist es doch sehr schön.[1, p.60] | ||||||||
Dichter Richard Jones |
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Autor Peter Davison: |
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| „Fünf Minuten ungeteilte Aufmerksamkeit
für ein entstehendes Gedicht sind länger als eine nach Stunden gemessene Woche“[1, p.78] |
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Komponist Ralph Shapey: |
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Lachs-Tranchierer: |
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„Jeder Fisch ist anders als der vorige. Er hält den Fisch am Schwanz und schlägt ihn gegen die marmorne Arbeitsplatte, wobei er ihn betrachtet und dem Schlag im Körper des Fisches nachspürt, bis vor seinem inneren Auge eine Art dreidimensionale Röntgenaufnahme des Fischleibs entsteht. Dann nimmt er eines seiner fünf Messer zur Hand, die er mehrmals täglich bis zur Perfektion schleift. Und macht sich daran, den Fisch mit einem Minimum an Bewegungen in feinste Scheiben zu schneiden, wobei er darauf achtet, dass so wenig wie möglich von dem guten Fleisch verlorengeht. [1, 140] |
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Joe, Schweisser |
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Der Grund für seinen Ruhm war einfach. Joe hatte offensichtlich jede Phase der Produktion bis in die kleinste Einzelheit kennengelernt und konnte nun für jeden einspringen. Darüber hinaus konnte er jede Maschine reparieren, von den riesigen Kränen bis zu winzigsten Elektromotoren. Doch am meisten erstaunte die Leute, dass Joe diese Dinge nicht nur leisten konnte, sondern sogar Spass hatte, wenn man ihn herbeirief. Als man ihn fragte, wie er gelernt habe, mit komplexen Maschinen und Werkzeugen umzugehen, ohne jemals dazu ausgebildet worden zu sein, gab Joe eine sehr entwaffnende Antwort: Seit der Kindheit hätten ihn Maschinen fasziniert. Besonders habe er sich immer von Dingen angezogen gefühlt, die nicht funktionierten. „Wenn zum Beispiel der Toaster meiner Mutter nicht mehr ging, fragte ich mich, wenn ich der Toaster wäre, und nicht funktionierte, das wäre wohl nicht in Ordnung?“ Dann nahm er das Gerät auseinander, fand den Fehler und setzte es wieder zusammen. Seitdem hat er diese Methode einfühlender Identifikation bei immer komplexeren mechanischen Systemen angewendet, um sie kennenzulernen und zu reparieren. Und die Faszination der Entdeckung hat nie aufgehört. Joe, der kurz vor der Pensionierung stand, hatte immer noch jeden Tag Spass an der Arbeit. Joe ist nie ein Workaholic gewesen, jemand, der vollständig von den Herausforderungen der Fabrik abhängig war, um sich wohlzufühlen. Was er zu Hause tat, war vielleicht noch bemerkenswerter, als seine Umwandlung eines seelenlosen Rountinejobs zu einer komplexen, flow-erzeugenden Aktivität. Joe und seine Frau wohnten in einem bescheidenen Bungalow am Stadtrand. Im Lauf der Jahre hatten sie zwei leere Grundstücke zu beiden Seiten des Hauses aufgekauft. Darauf hatte Joe einen komplizierten Steingarten mit Terrassen, Pfaden und mehreren hundert Blumen- und Sträuchersorten angelegt. Als er unterirdische Berieselungsanlagen installierte, hatte er eine Idee: Wenn sie nun Regenbogen erzeugten? Er suchte Sprühköpfe, die einen feinen Wassernebel ausstäubten, aber keiner befriedigte ihn. Also plante er selbst einen und baute ihn auf seiner Drehbank im Keller. Jetzt konnte er nach der Arbeit auf seiner Veranda sitzen und mit einem einzigen Schalter ein Dutzend Berieselungsköpfe anstellen, die ebenso viele Regenbogen zauberten. Aber in Joes kleinem Paradies gab es ein Problem. Da er an den meisten Tagen arbeitete, stand die Sonne gewöhnlich schon zu tief über dem Horizont, um das Wasser mit kräftigen Farben zu verschönern. Joe ging also wieder ans Reissbrett und wartete mit einer bewundernswerten Lösung auf. Er fand ein Flutlicht, das genug Spektralfarben hatte, um Regenbogen zu bilden. Diese Lichtquellen baute er unauffällig um die Sprühköpfe ein. Jetzt ging es erst wirklich los. Selbst mitten in der Nacht konnte er, wenn er zwei Schalter betätigte, sein Haus mit Bögen aus Wasser, Licht und Farben umgeben. [18] |
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Yu, Metzger, China, vor 2300 Jahren: |
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Yu ist ein Synonym für die
richtige Art und Weise, einem Pfad zu folgen und wurde als „Wandern“, „gehen,
ohne den Boden zu berühren“, „schwimmen“, „fliegen“ oder „fliessen“
beschrieben. Chuang Tzu glaubte, dass Yu die angemessene Lebensweise sei – ohne
Sorge um äussere Belohnungen, spontan, mit totaler Bindung – kurz die
autotelische Erfahrung.
Wen-Hui war fasziniert, wieviel flow Ting bei seiner Arbeit fand und so machte er ihm über seine Geschicklichkeit ein Kompliment. Aber Ting stritt ab, dass es sich um Geschicklichkeit handele. „Was mich beschäftigt, ist das, was über Geschicklichkeit hinausgeht.“ Dann beschrieb er, wie er diese ausgezeichnete Leistung erreichte. Es war eine Art mystisches, intuitives Verständnis der Anatomie des Ochsen, das ihm ermöglichte, ihn mit vermeintlich automatischer Anmut in Stücke zu zerlegen. „Wahrnehmung und Verständnis erreichen ihr Ende und der Geist geht, wohin er will“. [4, 199] |
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