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| Benachbarte Gebiete | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Dieser Bereich ist sehr ausführlich und mag auf den ersten Blick unstrukturiert erscheinen. Er stellt banchbarte Gebiete vor, vieles, was mich doch äusserst erwähnenswert dünkt. Wer hier eintauchen will ist dazu eingeladen. |
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| a. | Flow und Luxussportarten | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Bei seiner Forschung fand Mihaly Csikszentmihalyi heraus,
dass Menschen bei Freizeitaktivitäten, deren äusseres Zubehör oder Ausrüstung
teuer waren, bei der Strom oder eine andere Energie benutzt wurde, wie
Motorbootfahren, Autofahren oder Fernsehen, deutlich weniger glücklich waren,
als bei einer unaufwendigen Tätigkeit. Am glücklichsten waren sie, wenn sie
einfach mit einem anderen Menschen redeten, bei Gartenarbeit, Stricken oder bei
einem Hobby. Zu all diesen Tätigkeiten braucht man kaum materielle Hilfen, doch
sie fordern einen relativ hohen Einsatz an psychischer Energie. Bei
Freizeittätigkeiten, zu denen bestimmte äussere Bedingungen gehören, braucht
man gewöhnlich weniger Aufmerksamkeit und gewinnt als Folge allgemein weniger
Belohnung, an die man sich später noch erinnert. [4, p.137] |
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| b. | Geld und Glück | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Ed Diener, ein Forscher an der Universität von Illinois, fand
heraus, dass sehr reiche Menschen sich zu etwa zwei Dritteln ihrer Zeit
glücklich fühlen, Menschen mit durchschnittlichem Einkommen zu etwa 62%. Dieser
Unterschied ist statistisch gesehen zwar bedeutsam, aber nicht sehr gross,
besonders, wenn man bedenkt, dass die Gruppe der sehr reichen“ aus der Liste
der vierhundert wohlhabendsten Personen Amerikas ausgewählt wurden. Interessant
ist auch, dass nicht einer in Dieners Studie glaubte, Geld allein garantiere
Glück. Die Mehrheit stimmte der Aussage zu: „Geld kann Glück verstärken oder
vermindern, je nachdem, wie man es nutzt.“ Norman Bradburn fand in einer früheren Studie heraus, dass die Gruppe mit dem höchsten Einkommen etwa 25% häufiger angab, glücklich zu sein, als die in der niedrigsten Einkommensschicht. Wiederum ein Unterschied, doch nicht sehr gross. In einer umfassenden Untersuchung mit dem Titel „The Quality of American Life“, die vor zehn Jahren veröffentlicht wurde, berichten die Autoren, dass die finanzielle Situation eines Menschen einer der unbedeutendsten Faktoren für allgemeine Zufriedenheit mit dem Leben ist.[19] |
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| c. | Joga und Flow | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Das dritte Stadium besteht aus der Übung verschiedener Asana, Sitzpositionen oder Haltungen über einen längeren Zeitraum, ohne Anspannung oder Ermüdung nachzugeben. Dies ist das Jogastadium, das im Westen bekannt ist, dargestellt von einem Burschen, der aussieht, als trüge er eine Windel, der auf dem Kopf steht und die Schenkel im Nacken gekreuzt hat. Das vierte Stadium ist pranayama oder Atemkontrolle, die den Körper entspannen und den Atemrhythmus stabilisieren soll. Das fünfte Stadium, der Angelpunkt zwischen den vorbereitenden Übungen und dem eigentlichen Joga, wird pratyahara genannt („Rückzug“). Hier lernt man, seine Aufmerksamkeit den äusseren Objekten zu entziehen, indem man die Sinnesorgane steuert und nur sieht, hört und fühlt, was man ins Bewusstsein einlassen will. Schon an diesem Stadium erkennen wir, wie ähnlich das Ziel des Joga dem der Flow-Aktivitäten ist - Kontrolle über das zu erreichen, was im Kopf geschieht. Die restlichen drei Stadien passen eigentlich nicht hierher– es geht dabei um die Kontrolle des Bewusstseins durch reine geistige Operationen statt körperliche Techniken. Wir wollen sie hier der Vollständigkeit halber besprechen, aber auch, weil diese geistigen Übungen fest mit den vorhergehenden körperlichen verbunden sind. Dharana, das „Beharren“, ist die Fähigkeit, sich über lange Perioden hinweg auf einen einzigen Reiz zu konzentrieren. Es bildet daher das Spiegelbild des vorangegangenen pratyahara. Zuerst lernt man Dinge aus dem Bewusstsein herauszuhalten, dann, sie zu behalten. Intensive Meditation, dhyana, heisst der nächste Schritt. Hier lernt man, das Selbst bei ununterbrochener Konzentration zu vergessen, die nicht mehr die äusseren Reize der vorherigen Phase erfordert. Schliesslich erreicht der Jogy Samadhi, den letzten Zustand von „Selbstversammeltheit“, wenn der Meditierende und das Objekt seiner Meditation eins werden. Jene, die Samadhi erreicht haben, beschreiben es als die grösste Freude ihres Lebens. Die Ähnlichkeiten zwischen Joga und Flow sind ausserordentlich; es ist sogar sinnvoll, sich Joga als eine sehr sorgfältig geplante Flow-Aktivität vorzustellen. Beide zielen darauf ab, ein freudiges, sich selbst vergessendes Einssein durch Konzentration zu erreichen, die wiederum durch Körperdisziplin ermöglicht wird. [20] |
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| d. | Flow und Kunst: im speziellen: Musik | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Zuhören bringt Flow, hören nicht. Ein
Polizist erzählt: „Wenn ich nach einem Tag der Verhaftungen und Angst,
erschossen zu werden, auf dem Heimweg nicht das Radio anstellte, würde ich
vermutlich verrückt.“ Musik, organisierte auditive Information, hilft dem Verstand, der sich ihr zuwendet, sich zu organisieren, und reduziert daher psychische Entropie oder die Unordnung, die wir erleben, wenn zufällige Informationen mit unseren Zielen in Konflikt geraten. Musik hören wehrt Langeweile und Unsicherheit ab, und wenn man sich ihr ernsthaft widmet, kann sie flow auslösen. Wie bei allem anderen muss man sich auf die Musik konzentrieren, um sich daran zu freuen. Das Publikum bei heutigen Live-Vorstellungen, etwa Rock-Konzerten, erlebt in gewissem Ausmass diese rituellen Elemente. Es gibt nur wenige andere Gelegenheiten, bei denen so viele Menschen sich an einem Ort versammeln, das gleiche denken und fühlne und die gleich Information verarbeiten. Derartige gemeinsame Aktivitäten rufen im Publikum einen Zustand hervor, den Emile Durkheim „kollektives Sprudeln“ nannte, das Gefühl, man gehöre zu einer Gruppe mit konkreter, wirklicher Existenz, dieses Gefühl der Verbundenheit, das entsteht, wenn sich eine Gruppe von Organismen zu einem grösseren Ganzen formt, einen Schwarm bildet. Dieses Gefühl war nach Durkheim die Wurzel religiöser Erfahrungen. Die Bedingungen einer Live-Vorstellung helfen, die Aufmerksamkeit auf die Musik zu konzentrieren, und machen Flow daher bei einem Konzert wahrscheinlicher als beim Abspielen einer Schallplatte. Jede Tonfolge kann zur Quelle von Freude werden, wenn man die Aufmerksamkeit auf sie richtet. Dem Yaqui-Zauberer brachte Carlos Castaneda bei, dass selbst die Pausen zwischen Tönen erhebend sein können, wenn man auf sie lauscht. [4, 149] Das gleiche hat Sri Rainesh seinen Sanyasin als Meditationstechnik beigebracht. Nichts anderes gilt für die anderen Künste, die Wahrnehmung im Allgemeinen und die Körperwahrnehmung im Speziellen. [4, 157f] |
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| e. | Feedbackart | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Interessanterweise ist die Art des Feedbacks nicht
matchentscheidend. Matchentscheidend ist, dass Feedback überhaupt kommt: [4,84] Welchen Unterschied macht es, ob ich den Tennisball zwischen den weissen Linien aufprallen lasse, wenn ich den gegnerischen König auf dem Schachbrett matt setze, ob ich am Ende der Therapiestunde einen Funken von Verständnis im Blick meines Patienten aufblitzen sehe? Wertvoll wird diese Information durch die darin enthaltene symbolische Botschaft: Dass ich mein Ziel erreicht habe. Dieses Wissen schafft Ordnung im Bewusstsein und stärkt die Struktur des Selbst. Eine gute Geschichte für die Bedeutung von Feedback [4, 85] ist aus den Reaktionen einer Gruppe blinder, frommer Frauen abzulesen, die Professor Fausto Massiminis Psychologenteam in Mailand interviewte. Wie die anderen Teilnehmer unserer Studien wurden sie gebeten, die schönsten Ereignisse ihres Lebens zu beschreiben. Für diese Frauen, von denen viele von Geburt an blind waren, war das am häufigsten erwähnte Flow-Erlebnis das Lesen eines Buches in Braille-Schrift, Betten, Handarbeiten, wie Stricken und Buchbinden, und einander bei Krankheit und anderen Notlagen zu helfen. Von den sechshundert Personen, die das italienische Team befragte, betonten diese blinden Frauen mehr als alle anderen die Bedeutung einer klaren Rückmeldung als Vorbedingung für Freude an einer Tätigkeit. Sie konnten nicht sehen, was rings um sie vorging, und wünschten sich mehr als sehfähige Menschen, zu wissen, ob das, was sie zu erreichen versuchten, tatsächlich gelang. [21] |
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| f. | Negentropie | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Negentropie wird auch negative psychische Entropie genannt. Entropie ist Chaos, Unordnung. Negative Entropie ist Ordnung, oder, da alles relativ ist: eine höhere Ordnung. Entscheidungen (und Ausrichten auf die Entscheidung führen zu Negentropie. Flow ist eng verbunden damit, Negentropie ist eine wichtige Vorbedingung (Reduce to the Max – Störungen fernhalten/ausschalten), und Flow selbst führt auch zu Negentropie während des Prozesses. Negentropie bringt uns „aus dem Kopf“, und ermöglicht die Verbundenheit mit allem was ist. Negentropie könnte auch beschrieben werden, als Fokus auf das Wichtige. Jetzt. Diejenigen, die diesen Zustand erreichen, entwickeln ein stärkeres, selbstssicheres Ich, weil mit Erfolg mehr von ihrer Psychischen Energie in Ziele gesteckt wurde, die sie selbst ausgesucht haben. Im weiteren führen häufige Flowerfahrungen zu übergeordneter Negentropie im Leben – im Sinne von: ![]() |
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| g. | Zeitwahrnehmung | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Die Geschwindigkeit mit der die Zeit verstreicht, ist abhängig von
der Absorption, also davon, wie zielgerichtet die Gedanken sind. [1,76ff]. Wenn man klarer denkt, dann verlangsamt sich die Zeit. Und wenn man sich mit einer sehr schwierigen Sache richtig gut fühlt, mit einer Sache die gewöhnlich viel Zeit kostet, dann geht sie schnell vorbei. [1, 79]. Im Flow passt sich das Zeitgefühl der Aktivität an, der wir gerade nachgehen. |
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| g. | Religionen | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Elemente der Flow-Erfahrung kann man in der strengen
Disziplin des frühen Protestantismus, in den Ordensregeln der Jesuiten und bei
den frühen christlichen Mönchsorden wie etwas den Benediktinern entdecken. Noch
leichter zu erkennen sind sie im Buddhismus und im Taoismus oder in den
Anweisungen, die der Gott Shiva in der Bhagavad-Gita seinem Schüler Arjuna
gibt. In einem Fernsehinterview wurde der Anthropologe Mel Konner einmal nach
einer Erklärung dafür gefragt, warum jede Kultur eine Religion hervorgebracht
hat und warum jede Kultur die Gottsuche betreibt. Seine Antwort. „Nicht Gott –
sie suchen den Rausch des Lebens, sie wollen verstehen, was es bedeutet, am
Leben zu sein“. [1, p.86] |
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| h. | Bevölkerung | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Umfragen der Gallup Organization in den Vereinigten Staaten und
entsprechender Institute in Europa haben ergeben, dass zwischen 15 und 20
Prozent der erwachsenen Bevölkerung niemals Flow-Erlebnisse haben,
während eine vergleichbar grosse Gruppe berichtet, täglich solche
Erfahrungen zu machen. Die übrigen 60-70 tauchen nach eigenen Angaben mit
unterschiedlicher Häufigkeit ganz in ihr Tun ein – manche nur einmal in
Abständen von Monaten, andere mindestens einmal in der Woche. |
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| i. | Musse und Geschichtliche Entwicklung | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Früher war Musse nicht so angestrebt, meist gar nicht bekannt, Musse wurde aber auch nicht vermisst. Viele Bauern arbeiteten 18 Stunden am Tag, diese verbrachten sie jedoch relativ ununterbrochen im Flow. [22] |
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| j. | Positive Emotionen | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Die „broaden-and-build-theory“ liefert ein evidenzbasiertes Framework, welches die folgenden Effekte zusammenhält.
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| k. | Wahl des Standpunktes | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Eine interessante Untersuchung von David Myers ist folgende: Myers hat die Artikel in den Psychologischen Zeitschriften nach Themengebieten über die letzten 124 Jahre untersucht. Interessanterweise handelten die meisten Artikel von die unerwünschten Zustände geschrieben worden (Depression, Angst, etc.) – und zwar in der exakten Reihenfolge ihrer Qualität: ![]() Diese Reihenfolge korrelliert genau mit unserer biologischen Art zu denken: Den Fokus auf die schlimmsten Dinge zu richten, weil uns die gefährlich werden könnten – so war es zumindest in der Savanne. Wenn wir aber zielorientiert durchs Leben navigieren wollen, dann ist es genau umgekehrt – oder sagen wir, zumindest zu einem grossen Teil umgekehrt (Positiv-Verhältnis), dann ist die zielführende Frage: „Wo willst du hin?“. Und weil diese Frage so massiv vernachlässigt wird, widmen wir uns der entschieden! In der obenstehenden Tabelle wird die Frage nach dem Beseitigen eines Missstandes zwischen 3 und 300x häufiger gestellt, als die zielführende Frage. Die gute Frage ist nicht „how have you been?“ oder „Wie geht es Dir?“, sondern: „Wo willst Du hin?“. Dieser wollen wir folgen. Die bessere Frage ist nicht: „Was läuft schief?“, sondern „Was läuft gut?“ – Wenn wir uns die genug häufig stellen, wird unser Fokus, unser Bewusstsein, unser neuronales Netz in dieser Frage immer stärker, die Wahrnehmung besser, die Gefühle besser und tragender. Eine positive Lawine wird ausgelöst, die aufbauend wirkt und erhebend. [Abraham] |
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| l. | Interventionen gemäss Positiver Psychologie | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| m | Sinn | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Die meisten Religionen und philosophischen Systeme lehren, dass das tätige Bemühen um das Wohl anderer Menschen die höchste Manifestation der menschlichen Natur oder Seele sei. Die Caritas gehört zu den christlichen Kardinaltugenden und geniesst unter analoger Bezeichnung auch im Buddhismus, im jüdischen Glauben, im Hinduismus und im Islam eine Vorrangstellung. Unter den Vertretern der jüngeren Philosophie war es Martin Heidegger (1962), der zu diesem Schluss kam. Siehe auch die gewichtige Abhandlung der Psychologen Ann Colby und William Damon (1992): Some do care. [1, 294] | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||