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| 2 Wege ins Paradies: Flow und Meditation |
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| Nach einer gewissen Zeit und tieferen Auseinandersetzung mit Flow habe ich plötzlich ein grösseres Bild gesehen - es gibt nämlich noch mindestens einen zweiten Bereich, in welchem ähnliche Zustände beschrieben
werden: In den alten fernöstlichen Schriften. Es gibt jedoch einen massgeblichen Unterschied: Die dort beschriebenen Zustände sind alle im Zusammenhang von non-doing, nicht-tun, sein. Oft auch im Kontext von "Nicht-Dualität" oder "Singularität". Sie sind meist genauso wenig festzuhalten, wie die Flow-Zustände. Und genauso wie die Flowzustände haben Sie mit damit zu tun, dass sich die Illusion vom Getrenntsein auflöst. Die zeitliche Wahrnehmung verändert sich ebenfalls. Das handelnde, bestimmende "Ich" tritt zurück, etwas Grösseres tritt an seine Stelle. Genau wie bei Flow kann dieser Zustand nicht gemacht, sondern nur vorbereitet werden. Wie der Bauer der säht.. die Voraussetzungen weise in die Wege leitet.. und dann loslässt, zurücktritt. Es hat den Anschein, dass der Weg über "doing", dem männlicheren Teil in uns näher liegt, und der meditative Weg über "non-doing" dem weiblichen Teil. Ich halte es für erstrebenswert, beide Teile zu üben, so dass wir den weiblichen Teil mit dem männlichen Teil in uns tanzen lassen können. In diesem Sinne ist der Tanz die Magie.. In [5, 92] wird sehr schön beschrieben, was beiden – der Meditation und dem Flow gemeinsam sind: Unsere (scheinbaren) Grenzen lösen sich auf, wir werden Teil eines grösseren Ganzen (Schwarmbewusstsein)– und damit glücklich: Der Verlust des Gefühls, das Selbst sei getrennt von der Umwelt wird manchmal von einem Gefühl des Einsseins mit der Umgebung ersetzt, ob es sich dabei um den Berg handelt, eine Mannschaft, oder, im Falle dieses Mitglieds einer japanischen Motorradgang, den „Run“ Hunderter von Rädern, die über die Strassen Kyotos donnern: „Ich begreife etwas, wenn alle unsere Gefühle übereinstimmen. Am Anfang befinden wir uns nicht in völliger Harmonie, aber wenn es gut läuft, fühlt sich jeder wie der andere. Wie soll ich das ausdrücken?... Unsere Seelen werden zu einer. Dann macht es wirklich Spass… wenn alle zu einem werden, dann begreife ich etwas… und plötzlich merke ich: „Oh, wir sind eins.“ und denke: “Wenn wir so schnell wie möglich fahren, wird das ein echter Run. Wenn wir merken, dass wir ein Fleisch werden, ist es Spitze. Dann werden wir vom Tempo high. Dann ist es wirklich super.“ |
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